Im Rahmen einer Lehrveranstaltung war Jürgen Röhr zu Gast an unserer Hochschule und sprach vor rund 150 Studierenden der Polizei Bremen über ein Ereignis, das sein Leben grundlegend veränderte.
Am 30. Juni 2003 wurde der damalige Berliner Polizeibeamte während eines Einsatzes angeschossen und schwerst verletzt. In seinem eindrucksvollen Vortrag schilderte er offen und bewegend die körperlichen und psychischen Folgen dieses einschneidenden Erlebnisses sowie seinen persönlichen Weg zurück ins Leben. Dabei standen Themen wie Resilienz, Hoffnung, der Umgang mit traumatischen Erfahrungen und die Bedeutung von Unterstützung nach belastenden Ereignissen im Mittelpunkt.
Der Vortrag machte deutlich, dass hinter jeder Uniform ein Mensch mit individuellen Erfahrungen und Herausforderungen steht. Die persönlichen Einblicke regten die Studierenden dazu an, sich intensiv mit den menschlichen Folgen polizeilicher Einsätze auseinanderzusetzen und die Bedeutung psychischer Gesundheit im Polizeiberuf zu reflektieren.
Auch nach dem Ende seiner aktiven Polizeilaufbahn engagiert sich Jürgen Röhr weiterhin für andere Menschen. Heute begleitet er als Notfallseelsorger Menschen in akuten Krisensituationen und unterstützt Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte als Begleiter einer Selbsthilfegruppe nach belastenden Einsatzerfahrungen.
Die Veranstaltung bot den Studierenden wertvolle Impulse, die über die fachliche Ausbildung hinausgehen. Persönliche Erfahrungsberichte wie dieser leisten einen wichtigen Beitrag dazu, die Themen Resilienz, Traumabewältigung und Menschlichkeit im Polizeiberuf greifbar zu machen und nachhaltig im Bewusstsein der angehenden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten zu verankern.
Die Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen bedankt sich herzlich bei Jürgen Röhr für seinen offenen und eindrucksvollen Vortrag sowie für die Bereitschaft, seine persönlichen Erfahrungen mit den Studierenden zu teilen.
Redaktion: Florian Stoeck