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Police meets Psych – Praxisnahe Einblicke in die Welt psychischer Gesundheit

Bild KI generiert.

Nach dem erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr fand das Wahlpflichtseminar „Police meets Psych – Einblicke in die Welt der psychischen Erkrankung und des Hilfe- und Versorgungssystems“ aufgrund der großen Nachfrage auch in diesem Jahr seine Fortsetzung. Zwölf Studierende des Studiengangs Polizeivollzugsdienst, die ihre Ausbildung Ende September 2026 abschließen werden, setzten sich über ein Semester hinweg intensiv mit den Themen psychische Gesundheit, psychische Erkrankungen und den vielfältigen Hilfe- und Versorgungssystemen auseinander.

In ihrem Berufsalltag begegnen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte regelmäßig Menschen in psychischen Krisensituationen oder mit psychischen Erkrankungen. Ein professioneller, sicherer und zugleich respektvoller Umgang mit diesen Einsatzlagen erfordert neben rechtlichen und taktischen Kenntnissen auch ein fundiertes Verständnis psychischer Erkrankungen sowie der vorhandenen Unterstützungsstrukturen.

Genau hier sollte das Seminar ansetzen:
Von Mai bis Juli erhielten die Studierenden durch Fachvorträge, Diskussionen und vor allem durch Hospitationen unmittelbare Einblicke in unterschiedliche Bereiche der psychiatrischen Versorgung. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer begleitete jeweils wenigstens eine Schicht in der Allgemeinpsychiatrie sowie in einem Behandlungszentrum. Idee war es, dabei den Alltag in psychiatrischen Einrichtungen – und auch die Chancen und Grenzen dahinter – aus nächster Nähe kennenzulernen. Ergänzt wurde das Programm durch Besuche im Maßregelvollzug, im Nachtcafé Bremen sowie bei der Krisenhotline des Nachtwerks. Darüber hinaus standen Gespräche mit einer psychologischen Psychotherapeutin, der Betreuungsbehörde sowie den Kolleginnen und Kollegen der Zentralstelle PsychKG und des Bedrohungsmanagements der Polizei auf dem Programm.

Ein weiterer Höhepunkt war der erstmalige Besuch des Krankenhausmuseums mit den Ausstellungen „Wahnsinnig?!“ und „Seelenräume“. Im Rahmen einer Führung zur Geschichte der Psychiatrie erhielten die Studierenden einen historischen Einblick in den gesellschaftlichen Umgang mit psychischen Erkrankungen und konnten die Entwicklung psychiatrischer Versorgung im historischen Kontext nachvollziehen.
Übergeordnetes Ziel des Seminars war es, Unsicherheiten im Umgang mit psychisch belasteten oder erkrankten Menschen abzubauen, Empathie und Handlungssicherheit zu fördern sowie das Bewusstsein für die eigene psychische Gesundheit zu stärken. Durch die enge Verzahnung wissenschaftlicher Inhalte mit unmittelbaren Praxiserfahrungen eröffnete das Seminar den angehenden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten neue Perspektiven auf ein Einsatzfeld, das im polizeilichen Alltag zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Dass dieses Konzept durchwegs aufgegangen ist, spiegeln auch die Rückmeldungen der Studierenden wider. Besonders hervorgehoben wurde die gelungene Verbindung von Theorie und Praxis. Die Hospitationen sowie die Gespräche mit Betroffenen ermöglichten Einblicke, die im regulären Studium nur schwer vermittelt werden können und zu einem nachhaltigen Perspektivwechsel beitrugen.
Eine Teilnehmerin beschreibt ihre Erfahrungen so: „Die Kombination aus theoretischen Inhalten und den Hospitationen hat das Wahlpflichtmodul besonders wertvoll gemacht. Besonders beeindruckt haben mich die Gespräche mit Betroffenen. Sie haben mir Einblicke ermöglicht, die man im polizeilichen Alltag in dieser Form nur selten erhält.“

Auch eine weitere Studierende betont den nachhaltigen Nutzen für ihre spätere Berufspraxis: „Ich konnte viel über die Schnittstellen zwischen Polizei und psychiatrischer Versorgung lernen. Der respektvolle und professionelle Umgang mit dem Thema hat meinen Blick erweitert und mir sinnvolle Handlungsalternativen für meine spätere Tätigkeit mitgegeben.“ Viele Teilnehmende waren sich einig, dass das Seminar sie fachlich wie persönlich auf den professionellen Umgang mit Menschen in psychischen Ausnahmesituationen vorbereitet hat und empfahlen das Wahlpflichtmodul ausdrücklich auch zukünftigen Studierenden.

Ein besonderer Dank gilt den zahlreichen Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern, die den Studierenden durch ihre Offenheit, ihre Zeit und ihre fachliche Expertise authentische Einblicke in ihre tägliche Arbeit ermöglicht haben. Die Bereitschaft, Hospitationen zu begleiten, Erfahrungen zu teilen und den Austausch mit den angehenden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten zu fördern, war eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg des Seminars.

Ebenso danken wir dem Verein zur Förderung der Hochschule für Öffentliche Verwaltung e. V. , der das Seminar finanziell unterstützt und damit zur Realisierung verschiedener Programmpunkte beigetragen hat. Diese Unterstützung ermöglicht es, innovative und praxisnahe Lehrformate anzubieten und den Studierenden wertvolle Lernerfahrungen außerhalb des Seminarraums zu eröffnen.
Das Wahlpflichtseminar „Police meets Psych“ verdeutlicht eindrucksvoll, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit für eine moderne Polizeiarbeit ist. Die intensive Auseinandersetzung mit psychischer Gesundheit trägt dazu bei, zukünftige Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte nicht nur fachlich, sondern auch menschlich auf die vielfältigen Anforderungen ihres Berufs vorzubereiten. Damit leistet das Seminar einen wichtigen Beitrag zu einer reflektierten, professionellen und bürgernahen Polizeiarbeit – und zeigt zugleich, welchen Mehrwert praxisorientierte Hochschullehre in Kooperation mit engagierten Partnerinstitutionen entfalten kann.

Redaktion: Florian Stoeck