Am 10. März 2026 führte das Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung IPoS an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung in Bremen (HfÖV) das erste von insgesamt drei Mutual Exchange Events im EU-Projekt ViSAR durch. Die HfÖV ist einer von insgesamt acht Partnern aus dem europäischen und karibischen Raum, die an diesem Projekt teilnehmen. Inhaltlich zielt das Projekt auf eine Verbesserung der effizienten und kohärenten Anwendung europäischen Rechts im Bereich des Opferschutzes und eine Stärkung der Zusammenarbeit aller relevanten Akteure. Dabei sollen Opfer häuslicher Gewalt besonders in den Blick genommen werden.
Rund 40 Expertinnen und Experten aus Polizei, Verwaltung und Opferhilfeeinrichtungen folgten der Einladung. Nachdem die Projektmanagerin Sarah Holland-Kunkel einen Überblick über die bisherigen Projektergebnisse (Entwicklung eines AI-Tools und von Mustervereinbarungen für die grenzübergreifende Zusammenarbeit) gegeben hatte, stellte Jürgen Osmers, ehemaliger Leiter der Kriminalpolizei Bremen, Neuerungen im nationalen und bremischen Recht der elektronischen Aufenthaltsüberwachung in Fällen häuslicher Gewalt dar. Er machte deutlich, dass es neben einer Verankerung der Aufenthaltsüberwachung im Bremischen Polizeigesetz auch einer Regelung im Gewaltschutzgesetz bedarf, um Betroffene häuslicher Gewalt wirksam zu schützen. Schließlich stellten sich die neuen Bremer Interventionsstellen in Fällen häuslicher Gewalt, der Verein Innere Mission (zuständig für die Opfer) und Hoppenbank e.V. (zuständig für die Täter) vor. Diese haben 2026 ihre Arbeit aufgenommen. Über die Fachvorträge hinaus wurde von allen Beteiligten die Möglichkeit des Austausches genutzt.
Weitere Mutual Exchange Events werden am 13. Mai 2026 (von 9 bis 13 Uhr an der HfÖV) und am 20. Mai 2026 (von 10 bis 14 Uhr an der Hochschule Bremerhaven) stattfinden. Anmeldungen sind bereits jetzt bei Gabriela Piontkowski unter gabriela.piontkowski@hfoev.bremen.de möglich.
Redaktion: Gabriela Piontkowski