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Exkursion im Rahmen von „Police meets Psych“: Studiengruppe besucht Krankenhausmuseum Bremen

Bremen, 30. April 2026

 Abgebildet ist der Irrstern, ein Mahnmal zur Erinnerung an die Deportation und Tötung psychisch erkrankter Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus.
Abgebildet ist der „Irrstern“, ein Mahnmal zur Erinnerung an die Deportation und Tötung psychisch erkrankter Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus.

Im Rahmen des Wahlpflichtmoduls „Police meets Psych“ hat heute eine Studiengruppe angehender Polizeibeamtinnen und -beamter das Krankenhausmuseum Bremen besucht. Ziel der Exkursion war es, theoretische Ausbildungsinhalte durch eine vertiefende Auseinandersetzung mit der Geschichte der Psychiatrie und dem gesellschaftlichen Umgang mit psychischen Erkrankungen zu ergänzen.
Während einer fachkundigen und eindrucksvollen Führung erhielten die Teilnehmenden umfassende Einblicke in die Entwicklung der Psychiatrie – von ihren Anfängen bis in die Gegenwart. Dabei wurden nicht nur Fortschritte und Errungenschaften thematisiert, sondern auch die problematischen und belastenden Kapitel der Vergangenheit beleuchtet. Insbesondere die Auseinandersetzung mit Zwangsmaßnahmen, Freiheitsentzug sowie menschenverachtenden Behandlungspraktiken hinterließ bei der Studiengruppe einen nachhaltigen Eindruck.

Anhand historischer Dokumente und Ausstellungsstücke wurde anschaulich vermittelt, wie lang und herausfordernd der Weg hin zu einem heutigen Verständnis psychischer Erkrankungen als ernstzunehmende medizinische und gesellschaftliche Themen ist. Deutlich wurde, dass es neben fachlicher Kompetenz insbesondere einer menschlichen und respektvollen Haltung bedarf, um Betroffenen gerecht zu werden.
Besonders bewegend waren die persönlichen Berichte und individuellen Schicksale von Menschen, die unter den damaligen Bedingungen leiden mussten. Diese Perspektiven verdeutlichten eindrücklich die Folgen von Stigmatisierung und unsachgemäßem Umgang mit psychischen Krisen.

Für die Studierenden ist diese Form der Auseinandersetzung von hoher Relevanz. Im späteren Einsatzalltag begegnen sie zunehmend Menschen in akuten psychischen Ausnahmesituationen. Das Verständnis historischer Fehlentwicklungen sowie deren Auswirkungen trägt dazu bei, Sensibilität, Deeskalationskompetenz und Respekt im Umgang mit Betroffenen zu fördern.

Die Exkursion unterstreicht die Bedeutung, polizeiliche Ausbildung nicht ausschließlich auf taktische und operative Aspekte zu beschränken, sondern auch gesellschaftliche, historische und ethische Dimensionen einzubeziehen.

Ein besonderer Dank gilt dem Team des Krankenhausmuseum Bremen für die professionelle Führung sowie die Möglichkeit, Geschichte nicht nur zu betrachten, sondern im Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche und polizeiliche Verantwortung kritisch zu reflektieren.

Weitere Informationen zum Museum und seinen Angeboten sind online verfügbar.

Beteiligte Institutionen:
Hochschule für Öffentliche Verwaltung Bremen
Polizei Bremen
Polizei Bremerhaven
KulturAmbulanz

Hinweis zum Bildmaterial:
Abgebildet ist der „Irrstern“, ein Mahnmal zur Erinnerung an die Deportation und Tötung psychisch erkrankter Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus.